Bei der Aufnahme einer Immobilienfinanzierung ist sie die vielleicht wichtigste Weichenstellung: die Entscheidung zwischen einem Fixzins und einem variablen Zins. Diese Wahl hat massive Auswirkungen auf die Planbarkeit deiner Finanzen und die Gesamtkosten deines Kredits über viele Jahre hinweg.

Doch was bedeuten diese Begriffe genau, und welche Option ist die richtige für dich? Dieser Ratgeber dient als klare Gegenüberstellung. Wir erklären die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile beider Modelle und helfen dir, diese wichtige Entscheidung für deine Immobilienfinanzierung fundiert zu treffen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • – Ein Fixzins bietet über Jahre eine gleichbleibende Rate und maximale Planungssicherheit.
  • – Ein variabler Zins ist anfangs oft günstiger, birgt aber das Risiko steigender Raten.
  • – Deine persönliche Risikobereitschaft ist der entscheidende Faktor bei der Wahl.
  • – Mischformen können eine gute Möglichkeit sein, Sicherheit und Sparpotenzial zu kombinieren.

1. Das Sicherheitsnetz: Der Fixzinssatz erklärt

Ein Fixzinssatz ist im Grunde ein Sicherheitsversprechen deiner Bank. Du vereinbarst einen Zinssatz, der für eine bestimmte, lange Dauer – in Österreich üblicherweise für 15, 20 oder sogar 25 Jahre – unverändert bleibt.

Die Vorteile sind klar: Deine monatliche Kreditrate bleibt während der gesamten Fixzinsperiode exakt gleich, egal was am Finanzmarkt passiert. Das gibt dir eine enorme Planungssicherheit für dein Haushaltsbudget. Du bist vollständig vor dem Risiko steigender Zinsen geschützt.

Der Nachteil: Für diese Sicherheit zahlst du in der Regel einen kleinen Aufschlag. Der anfängliche Zinssatz ist bei einem Fixkredit meist etwas höher als bei einem variablen Kredit. Sollten die Zinsen am Markt stark fallen, profitierst du davon nicht.

2. Die flexible Chance: Der variable Zinssatz erklärt

Ein variabler Zinssatz ist direkt an die Entwicklung des Geldmarktes gekoppelt. Er setzt sich aus einem Referenzzinssatz (meist der 3-Monats-EURIBOR) und einem fixen Aufschlag der Bank zusammen. In der Regel wird der Zinssatz alle drei Monate an den aktuellen EURIBOR angepasst.

Der Vorteil: Startest du in einer Niedrigzinsphase, ist deine anfängliche Rate meist deutlich günstiger als bei einem Fixzinskredit. Fallen die Zinsen weiter, sinkt auch deine Rate und du sparst Geld.

Der Nachteil ist das Risiko: Steigt der EURIBOR, steigt auch deine Kreditrate. Diese Erhöhungen sind potenziell unbegrenzt und können deine monatliche Belastung über die Jahre erheblich in die Höhe treiben. Dies erfordert eine höhere Risikobereitschaft und einen finanziellen Puffer.

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Tipp: Puffer schaffen bei variablem Zins

Wenn du dich für einen variablen Kredit entscheidest, nutze die Niedrigzinsphasen clever: Berechne, wie hoch deine Rate bei einem deutlich höheren Zinssatz (z.B. 4 % oder 5 %) wäre. Lege die Differenz zu deiner aktuellen, niedrigen Rate jeden Monat auf ein separates Sparkonto. So baust du dir einen Puffer auf, der dir hilft, zukünftige Zinserhöhungen entspannt abzufedern.

3. Fix vs. Variabel: Die direkte Gegenüberstellung

Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hier die wichtigsten Merkmale im direkten Vergleich:

Merkmal Fixzins Variabler Zins
Sicherheit Sehr hoch Niedrig
Planbarkeit Sehr hoch Niedrig
Anfängliche Kosten Eher höher Eher niedriger
Risiko Kein Zinsänderungsrisiko Hohes Zinsänderungsrisiko
Geeignet für… Sicherheitsorientierte Kreditnehmer:innen, die ihr Budget exakt planen wollen. Risikofreudige Kreditnehmer:innen, die an fallende Zinsen glauben und Puffer haben.

Fazit: Finde die richtige Balance für dein Leben

Die Wahl zwischen fixen und variablen Zinsen ist eine der persönlichsten Entscheidungen bei der Kreditaufnahme. Es gibt kein universelles “Richtig” oder “Falsch”. Stelle dir die Frage: Wie viel Unsicherheit kann und will ich mir leisten? Wenn du nachts ruhig schlafen möchtest und dein Budget genau kalkulieren musst, ist ein Fixzinskredit die sichere Wahl. Wenn du bereit bist, für die Chance auf eine niedrigere Rate ein höheres Risiko einzugehen und die nötigen finanziellen Reserven hast, kann ein variabler Kredit eine Option sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich von einem variablen zu einem fixen Zinssatz wechseln?

Ja, ein Wechsel von variabel auf fix ist bei den meisten Banken grundsätzlich möglich, oft aber mit Kosten verbunden. Der beste Zeitpunkt dafür ist, wenn die Zinsen noch niedrig sind. Wartest du, bis die Zinsen bereits stark gestiegen sind, wird auch der neue Fixzinssatz entsprechend hoch sein.

Gibt es auch Mischformen?

Ja, manche Banken bieten sogenannte “Split-Kredite” an. Dabei wird deine Kreditsumme aufgeteilt, zum Beispiel 50 % mit einem Fixzinssatz und 50 % mit einem variablen Zinssatz. So kombinierst du ein gewisses Maß an Sicherheit mit der Chance auf niedrigere Zinsen.

Was passiert nach dem Ende der Fixzinsperiode?

Nach Ablauf der vereinbarten Fixzinsbindung (z.B. nach 20 Jahren) wird die Restschuld deines Kredits in der Regel auf einen variablen Zinssatz umgestellt. Alternativ kannst du zu diesem Zeitpunkt mit deiner Bank eine neue Fixzinsvereinbarung zu den dann gültigen Konditionen treffen oder zu einer anderen Bank umschulden.